Licht und Bewegung; Hans Schork, 24. — 26. Januar 2020

Anlsslich des Jubilums zum vierjhrigen Bestehen der GoldbergGalerie freuen wir uns, bereits die zweite Einzelausstellung mit Arbeiten des Mnchner Knstlers Hans Schork zu zeigen. Seit Mitte der 60er Jahre entstehen die lichtkinetischen Objekte des 1935 in Aschaffenburg geborenen Knstlers: Rechteckige Ksten, meist quadratisch mit glnzend schwarzer Plexiglasoberflche, auf welcher sich feine Lichtmuster abzeichnen.
Das Lichtmuster entsteht durch die sparsam gesetzten Leerstellen auf zwei voreinander gelagerten, schwarz berdruckten Plexiglasplatten. Die vordere Platte ist dabei statisch und bildet die dem Betrachter zugewandte Bildflche der Objekte, whrend die hintere, sich bewegende Platte - fr den Betrachter nicht sichtbar - um eine feste Achse rotiert. Durch diese Bewegung verschieben sich die berschneidungen der einzelnen Leerstellen, an denen das Licht einer dahinterliegenden Leuchtstoffrhre durch die schwarz eingefrbten Platten scheint. So entstehen Punkte und Linien aus sich bewegendem Licht.
Das gestalterische Formenrepertoire, aus denen sich die Werke Hans Schorks zusammensetzen, ist dabei auf ein Minimum reduziert; Punkte Linien und Flchen, durchgezogen oder unterbrochen - bilden grafische Muster und Strukturen aus, die rumliche Tiefe suggerieren und perspektivisch Tiefenwirkung erzeugen.
Erstaunlich ist die Vielfalt der bildnerischen Mglichkeiten, die sich der Knstler mit diesem begrenzten Formenrepertoire erschliet: Vollflchige Rasterungen, konzentrisch zueinander strebende Linien, Kurven, und amorphe Formen, Flchen und Bewegungen mit unterschiedlichen Zentren. All diese Varianten entstehen aus den Bewegungen der zarten Lichtpunkte auf den glatten, glnzend schwarzen Oberflchen der lichtkinetischen Objekte Hans Schorks.
Die im Titel wiedergegebenen Begriffe Licht und Bewegung sind dabei die zentralen Aspekte der Arbeiten des Mnchner Knstlers. Durch Licht als gewhltes Mittel / Material, wird in den Objekten Bewegung sichtbar gemacht und so zum eigentlichen Bildgegenstand.
Die Lichtkunst Hans Schorks entspricht in ihren theoretischen Grundlagen dabei durchaus dem Zeitgeist der 60er und 70er Jahre. In diesen Zeitraum fallen auch erste Auseinandersetzungen des Knstlers mit dem Thema. Licht und Bewegung als Bildgegenstand war ein zentrales Motiv der deutschen Knstler-Gruppe Zero:
[] Auf unterschiedlichen Vorlufern aufbauend, konnte sich [] in den 1950er und 60er Jahren eine regelrechte lichtkinetische Bewegung von einiger Breitenwirkung entfalten. [...] Parallel zu den deutschen Knstlern gab es hnliche Bestrebungen auch anderswo, so bei den Gruppen Recherche dArt Visuel in Paris, Nul in Amsterdam oder Gutai in Osaka. 1966 und 1967 fanden Ausstellungen zur lichtkinetischen Kunst in Bern, Brssel, Baden-Baden, Dsseldorf, Eindhoven und Paris statt. [] Auslsend war bei ihm [Hans Schork] die Begegnung mit dem Werk Julio Le Parcs, Mitglied der Pariser Gruppe Recherche dArt Visuel, anlsslich der Biennale von Venedig 1966, die ihm erstmals die Mglichkeiten des knstlerischen Einsatzes von Licht und Bewegung zeigte []
( Zitat aus dem Textbeitrag von Dr. Henrike Holsing Hans Schorks Lichtobjekte - Der Kosmos im Kasten)